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Kandidierende Kirchenrat: Urban Frye (neu) - Listen 5, 6

Alle acht Kandidierenden für den Kirchenrat stellen sich vor und beantworten in Kurzinterviews vier Fragen.

Urban Frye

Was motiviert Sie, für den Kirchenrat zu kandidieren?
Die Kirche an der Basis leistet viel, aber nicht genug. Sie hat ihren Platz inmitten der Gesellschaft verloren. Sie muss für alle Menschen gleichberechtigt da sein. Sie muss sozial und ökologisch handeln. Vor allem aber muss sie Mitgefühl zeigen für alle, die unter dem Deckmantel der Kirche Schlimmstes erlebt haben.

Welche persönlichen und beruflichen Kompetenzen bringen Sie in das Amt ein?
Ich engagiere mich sozial, kulturell und politisch in Luzern. Mit unseren Initiativen bringen wir junge Musiktalente aus der ganzen Welt zusammen mit den Menschen in unseren Quartieren. Ich habe viele grosse und kleine, internationale und lokale Projekte in der Kultur- und Medienwelt realisiert, kenne dabei die sozialen, ökonomischen und rechtlichen Herausforderungen. Ich kann zuhören, motivieren, begeistern, ermutigen und zeige Verantwortung auch in schwierigen Momenten.

Was ist Ihre Vision von der katholischen Kirche in der Stadt Luzern, damit sie gehört und ernst genommen wird?
Wir müssen Stellung beziehen und sichtbar machen, dass wir nicht damit einverstanden sind, wie die offizielle Kirche mit ihren Fehlern und Versäumnissen, vor allem aber, dass wir nicht einverstanden sind, wie sie mit den davon betroffenen Menschen umgeht.

Welche Anliegen möchten Sie in den Kirchenrat einbringen?
Kirchen stehen fast immer leer. Was wäre, wenn die Kirchen nicht nur für Gottesdienste offen sind, sondern für alle Gruppierungen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern? Was wäre, wenn die Kirchen auch Quartiertreffpunkte mit Cafeterias sind, für Malateliers oder Tanzkurse offen sind oder ganz einfach auch für Feste? Was wäre, wenn auf allen Kirchendächern Solaranlagen installiert werden und die Kirche auch beim Erreichen der Klimaziele ganz vorne dabei ist? Ich möchte, dass all die unzähligen Räume der Kirche jeden Tag von Menschen genutzt werden, um ihren Träumen und Ideen Raum zu geben und so den Gemeinsinn zu fördern. Ich möchte, dass die Kirche bewusst gesellschaftliche Probleme aufnimmt, schnell und unkompliziert agiert, wenn sich eine Not zeigt.
Vor allem aber möchte ich eine Kirche, die sich noch viel stärker den Kindern und Jugendlichen zuwendet, mit ihnen ihre Sorgen um die Umwelt und die Ungerechtigkeiten teilt und ihnen hilft, ihre Form des Protestes und der Lösungen wahr werden zu lassen.

Zur Person

Urban Frye (60) ist in Luzern aufgewachsen. Nach einem Musikstudium arbeitete er für Zeitungen, Radio, für das Schweizer Fernsehen und gestaltete Musikfestivals. Nach einem Abschluss in Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht engagiert er sich heute in zahlreichen sozialen und kulturellen Projekten. So baute er ein ökologisches Wohnhaus für Musikstudierende. Während der Corona-Zeit führte er zusammen mit Musikstudierenden das Klanghotel Bergsonne, das nun in der Stadt Luzern in verschiedenen Kirchen als kulinarische Konzertabende weiterlebt. Urban Frye ist Grüner Kantonsrat und hat zwei Kinder.