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«Dir Entgegen» – Brücken bauen im Advent

9. Dezember 2021 Von: Silvia Müller

Begeisterung für das Adventssingen am 5. Dezember 2021 in der Franziskanerkirche!

Der Franziskanerchor, unter der Leitung von Ulrike Grosch, sang und spielte zusammen mit den Solist*innen und Instrumentalist*innen sowie Freddie James an der Orgel. Es war eine grosse Freude, das Adventssingen dieses Jahr wieder durchzuführen und zu erleben, wie sich die Kirche trotz der aktuellen Situation mit vielen Besucher*innen füllte.

Musik ist die Sprache des Glaubens, egal in welcher Religion

Das Programm vereinte verschiedene Religionen. Ob jüdischer, christlicher oder muslimischer Herkunft, alle konnten in der Musik ihre Sprache des Glaubens finden.

Den Anfang bildete die Verbindung des Adventsliedes «Macht hoch die Tür» mit seinen immer wieder neuen Formulierungen von Bildern und Attributen Gottes mit den im Islam beheimateten gesungenen Rezitation der 99 schönsten Namen Gottes. Sie wurden von der Sängerin Najat Sulaimann gesungen und von Hassan Taha auf der Oud begleitet – Ein erster berührender Moment zum musikalisch-adventlichen Brückenbauen! Daneben durften wir von ihnen noch zwei weitere, eigene Werke hören.

Das Lied «Es kommt ein Schiff geladen» nimmt in seiner jüdisch-christlich-islamischen Version das Symbol der grossen Sehnsucht der Menschen nach Hoffnung und Freiheit auf.

Eine weitere Brücke zur jüdischen und islamischen Religion bildete die Person Marias. Das Chorwerk der aserbaidschanischen Komponistin Khadija Zenalova (1975*) «Maria durch die Wüste ging», erklang als Schweizer Erstaufführung.

«Kinderwindeln sind das Zeichen des Helden»

Li Hangartner ergänzte das Adventssingen mit beeindruckenden Texten. Sie berichtet von der Hoffnung der Hirten, die als erste in den geringen Zeichen von Windeln und Futtertrog ihren Retter suchen und finden und kündet damit eine Motette von Albert Becker an. Sie erzählt: Gott ist unkenntlich geworden in dem kleinen Kind. Er meldet sich nicht mehr unter dem Namen der Macht und des Glanzes. Er hat seine Glückshaut abgestreift. Sein Name ist Habenichts, Flüchtling, Todgeweihter. Ein geheimnisvoller Mensch, der die Tränen nicht trocknet, die Wunden nicht heilt.

Vom Christentum zum Judentum

Am Schluss stand das Lied «Tochter Zion» von Georg Friedrich Händel. Er verwendete es in seinem Oratorium «Judas Maccabäus». Der Inhalt ist die Geschichte des Maccabäeraufstandes, worauf sich das Chanukkafest, das jüdische Lichterfest gründet. Der israelische Kinderbuchautor Levin Kipnis hat das berühmte Chanukkalied «Hawa narima» auf Händels Melodie gedichtet. Als klangvoller Schlusspunkt wurde das Lied in allen drei Fassungen gesungen.

Brücken bauen im Advent

Möge die Brücke des Aufeinander-zu-Gehens und -Singens mit diesem interreligiösen Wortklang des diesjährigen Adventssingens eine standhafte sein.

Für die vielen positiven Rückmeldungen und die grosszügige Kollekte sei herzlich gedankt..

 

 

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